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Montag, 28. April 2025 · Ausgabe Nr. 70

Konflikte ansprechen

Conflict Managementconflict resolutionradical candorfeedbackdifficult conversationspsychological safety

Teil 1 von 2 · Reihe «Conflict Management»

In dieser Ausgabe

Erforscht die gängige Tendenz, Konflikte zu vermeiden, und die negativen Folgen ungelöster Probleme. Diese Ausgabe betont die Wichtigkeit, Probleme direkt anzusprechen, während man gleichzeitig Rücksicht auf die andere Person nimmt, um ein Umfeld zu schaffen, in dem Feedback gut angenommen wird. Sie fordert die Leser auch auf, ihr eigenes Konfliktvermeidungsverhalten zu reflektieren.

«Ungeäusserte Wünsche führen zu unerfüllten Bedürfnissen.»

Liebe Freunde,

Diese Woche behandeln wir eines unserer Lieblingsthemen - Konflikte.

Umfrage der Woche

Vorletzte Woche haben wir euch zur Fehlerkultur und -toleranz in euren Unternehmen befragt. Hier das Ergebnis:

Ein durchaus interessantes Ergebnis.

Etwas mehr als die Hälfte der Teilnehmer können sehr offen über Fehler sprechen und arbeiten in Unternehmen oder Teams mit einer offenen Fehlerkultur.

Die andere Hälfte sieht es dann ganz anders. Da wird entweder nur im kleinen Kreis oder in bestimmten Situationen über Fehler gesprochen.

Diese Woche will ich von euch wissen: Wie schwer fällt es dir proaktiv in Konflikte zu gehen?

Jetzt beantworten

Probleme direkt ansprechen?

Bevor wir zum Thema dieser Woche kommen, schau dir mal die folgenden drei Situationen an

Was haben diese drei Situationen gemeinsam?

In allen drei Fällen ist jemand offensichtlich mit dem Verhalten oder der Arbeit der anderen Person nicht zufrieden.

In allen drei Fällen beschliesst die Person jedoch nichts dagegen zu unternehmen.

Das Problem wird nicht angesprochen.

Die Person geht dem Konflikt aus dem Weg.

Am Ende sitzen in allen drei Situationen die Unzufriedenen alleine und denken, was sie eigentlich hätten aussprechen sollen. Aber in allen drei Fällen wird sich an der Situation wohl nichts ändern. Es wurde ja nichts kommuniziert.

Schauen wir uns nun nochmal die drei Situationen an - diesmal mit etwas mehr Radical Candor (mehr dazu unten):

Der Unterschied?

Das Problem wird direkt angesprochen.

Und das ist wichtig. Wir beobachten häufig, wie sich Mitarbeiter und Führungskräfte über die jeweils andere Seite beschweren. Wenn wir sie dann fragen, ob sie das der anderen Person schon mitgeteilt haben, verneinen sie dies jedoch.

Ungeäusserte Wünsche führen zu unerfüllten Bedürfnissen.

Wenn du mit einer Sache unzufrieden bist, dann musst es äussern. Problemen und Konflikten aus dem Weg zu gehen, kann kurzfristig funktionieren - langfristig nicht.

Aber nur direkt zu sein reicht eben auch nicht.

Hätte der Chef in der ersten Situation dem Mitarbeiter gesagt “Trag deinen Helm, sonst schmeiss ich dich raus”, dann hätte er zwar direkt ausgesprochen, was ihm wichtig war, aber trotzdem wäre das nicht ideal.

Es ist genauso wichtig, dass meine Direktheit zeigt, dass mir die andere Person und deren Entwicklung wichtig ist. Ich muss also direkt sein, aber auf einer Art und Weise, die es der anderen Person einfach macht, das Feedback anzunehmen.

Das nennt sich Radical Candor (radikale Aufrichtigkeit).

Eine Frage für dich

Gehst du manchmal Konflikten aus dem Weg?

Falls du mal einem Konflikt aus dem Weg gegangen bist, woran lag es?

War dir die Sache nicht so wichtig?

Hast du dich nicht getraut, weil keine psychologische Sicherheit vorhanden war?

Wie hättest du stattdessen reagieren sollen?

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Diese Ausgabe gehört zu einer Reihe

«Conflict Management» — 2 Ausgaben

  1. 01Konflikte ansprechen
  2. 02Warum vermeiden wir Konflikte?