Montag, 8. Dezember 2025 · Ausgabe Nr. 101
Es ist Ihr Schiff
Dieser Newsletter erzählt die Geschichte des US-Navy-Offiziers Mike Abrashoff, der die USS Benfold von einem der schlechtest-performenden Schiffe zu einem der besten machte. Abrashoff erreichte dies, indem er seine Mannschaft befähigte, ein Gefühl der Eigenverantwortung förderte und jedem Teammitglied Respekt entgegenbrachte. Er zeigte, dass Führungskräfte durch das Übertragen von Verantwortung und das Zuhören bei Ideen die Leistung und Moral erheblich verbessern können.
«Er vermittelte den Menschen das Gefühl, nicht nur Teil der Mannschaft zu sein, sondern aktive Teilnehmer.»
Liebe Freunde,
Bevor wir zum Newsletter dieser Woche kommen, brauche ich eure Hilfe.
Mein Ziel war es, bis Ende dieses Jahres 4'000 Newsletter-Abonnenten zu erreichen. Wir brauchen nur noch 200 Abonnenten, um dieses Ziel zu erreichen.
Deshalb habe ich eine grosse Bitte an euch: Könnt ihr diesen Newsletter an eine einzige Person weiterleiten, die eurer Meinung nach davon profitieren würde? Anmelden kann sich die Person dann hier. Danke!
Nun zum Newsletter: Diese Woche erzählen wir die unglaubliche Geschichte des US Navy Offiziers Mike Abrashoff.
Es ist dein Schiff
1997 übernahm der junge US-Navy-Offizier Mike Abrashoff das Kommando über die USS Benfold, einen Zerstörer der Pazifikflotte.
Das Schiff war jedoch kein Aushängeschild der Flotte. Im Gegenteil: die Leistungswerte waren tief, die Stimmung schlecht und es gab eine überdurchschnittlich hohe Fluktuation. In Rankings lag die Benfold weit hinten auf den letzten Plätzen.
Als Abrashoff an Bord kam, spürte er relativ schnell, was das eigentliche Problem war. Die Crew war nicht unfähig. Sie war müde. Entkoppelt von der Mission. Gefangen in einer Kultur, in der man Befehle ausführt, aber nicht mitdenkt. In der man Probleme meldet, statt sie zu lösen.
Abrashoff wusste, wenn er das Schiff wieder zum Erfolg führen möchte, muss er zuerst die Art ändern, wie geführt wird. Nicht mit neuen Regeln. Sondern mit einem anderen Zugang zu den Menschen.
Er tat dann etwas, was in so einer Hierarchie eher ungewöhnlich war: Er setzte sich mit jedem einzelnen Seemann hin. Führte über 300 Gespräche. In jedem Gespräch fragte er, was gut läuft, was nervt und was sie daran hindert, ihren Job besser zu machen.
Doch er hörte nicht nur zu, sondern er versprach auch Veränderung. Und er liess seinen Worten auch Taten folgen. Er setzte die Vorschläge schnell um. Es begann mit kleinen Dinge. Dann grössere.
Vor allem aber gab er den Menschen das Gefühl zurück, dass sie nicht nur Teil der Besatzung waren, sondern Mitgestalter.
Sein Motto dafür war simpel: „It’s your ship.“
Es ging um Verantwortung im Alltag. Wenn jemand ein Problem sah, sollte er es nicht weiterreichen, sondern Verantwortung übernehmen. In dem Moment wurde es zum Problem dieser Person.
Wenn jemand eine Idee hatte, sollte er sie ausprobieren dürfen. Nicht irgendwann, nicht nach fünf Freigabeschleifen - sondern relativ zügig.
Auf einmal begannen Matrosen Prozesse zu verbessern, Abläufe zu vereinfachen, Sicherheitsfragen neu zu denken. Nicht weil es angeordnet wurde, sondern weil sie das Gefühl hatten wieder selber am Steuer zu sein.
Abrashoff behandelte seinen jüngsten Seemann mit demselben Respekt wie seine erfahrensten Offiziere.
Leistung wurde sichtbar gemacht und gewürdigt. Bürokratie war zweitrangig, Ergebnis und Verantwortung waren wichtiger.
Das Ergebnis: Die Benfold wurde innerhalb kurzer Zeit zum bestperformenden Schiff der Pazifikflotte. Bei Inspektionen, Einsatzbereitschaft, operativer Qualität - überall plötzlich Spitze.
Plötzlich wollten die Leute unbedingt bleiben. Die Wiederverpflichtungsraten stiegen massiv. Auf einem Schiff, auf dem vorher jeder möglichst schnell weg wollte, meldeten sich plötzlich viele freiwillig für eine weitere Dienstzeit.
Gleiche Ressourcen, gleiche Mission, gleiches Material, die gleiche Besatzung. Nur eine neue Art zu führen.
Abrashoffs Geschichte verdeutlicht: There are no bad teams, only bad leaders. Der Einfluss der Führung und der Kultur ist enorm.
Die meisten Organisationen haben kein Talentproblem und kein Strategiedefizit. Manchmal genügt es, die Art zu ändern, wie man Menschen sieht und mit ihnen arbeitet - damit aus einem schlechten Team plötzlich ein Star-Team wird.
Eine Frage für dich
Habt ihr auch schon einmal erlebt wie aus einem schlechten Team ein Star-Team wurde? Und wenn ja, woran lag es?
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