Montag, 22. September 2025 · Ausgabe Nr. 91
Aktivierungsenergie & Transformationen
Untersucht das Konzept der Aktivierungsenergie aus der Chemie und wendet es auf persönliche und organisationale Transformationen an, wobei der erhebliche Energiebedarf zur Initiierung von Veränderungen hervorgehoben wird. Der Newsletter betont, dass unzureichende Startenergie zum Scheitern von Projekten führt, und diskutiert, wie gute Führung und Unternehmenskultur Widerstände reduzieren und erfolgreiche Veränderungen erleichtern können. Abschließend wird die Bedeutung intrinsischer Motivation gegenüber externem Druck für eine nachhaltige Transformation betont.
«Führung liefert Aktivierungsenergie: Vision, Kommunikation und Vorbildfunktion geben den entscheidenden Schub.»
Liebe Freunde,
Diese Woche zeigen wir, warum Transformationen insbesondere in der Anfangsphase sehr schwierig sind - und warum man unbedingt dranbleiben muss.
Aktivierungsenergie & Transformationen
Aktivierungsenergie ist ein Konzept aus der Chemie.
Sie beschreibt die Mindestenergie, die einem System zugeführt werden muss, um eine Reaktion in Gang zu setzen - eine Barriere, die überwunden werden muss.
Das ist ein grossartiges Bild für Veränderungen - sowohl persönlich als auch in Organisationen.
Eine neue Strategie, eine Transformation oder ein Kulturwandel brauchen zu Beginn sehr viel Energie. In Phasen der Veränderung muss man mit Widerstand rechnen. Man muss Menschen aus ihrem gewohnten Tal „hochschieben“.
Leadership liefert diese Aktivierungsenergie: Vision, Kommunikation und Vorbildfunktion geben den entscheidenden Schubs.
Doch hier liegt eine wichtige Erkenntnis: Wenn zu wenig Energie investiert wird, kommt der Ball nicht über den Hügel. Dann rollt er zurück - und alle, die geschoben haben, sind frustriert. Genau deshalb scheitern viele Veränderungsprojekte. Nicht weil die Idee schlecht war, sondern weil die Anfangsenergie zu gering war oder zu schnell verpufft ist.
Je höher der Hügel, desto mehr Energie ist nötig – etwa durch Widerstände, Unsicherheit oder fehlende Sinnstiftung.
Gutes Leadership macht den Hügel flacher: durch Klarheit, den Einbezug der Mitarbeitenden und Sinnhaftigkeit. Quick Wins oder frühe Erfolge wirken wie ein Katalysator - sie geben zusätzliche Energie und zeigen, dass sich der Aufwand lohnt.
Auch die Kultur spielt eine Rolle. Sie wirkt wie die Landschaft. In einer offenen, lernorientierten Kultur sind die Hügel kleiner - Veränderung gelingt leichter.
In einer kontrollierenden, ängstlichen Kultur sind sie hoch und steil - dann braucht man enorme Energie, sonst bleibt der Ball liegen oder rollt sogar zurück!
Es geht um Energie, nicht um Druck. Extrinsischer Druck treibt kurz, intrinsische Energie trägt weit. Sie überwindet Barrieren nachhaltiger als Kontrolle und Drohkulissen.
Darum ist Kultur im Change Management kein „Nice-to-have“, sondern ein echter Multiplikator. Sie entscheidet, ob der Ball schon beim kleinsten Hindernis zurückrollt - oder ob er fast von allein ins Rollen kommt.
Und ganz wichtig: Die meiste Energie braucht es am Anfang. Wenn der Ball erst einmal über den Hügel ist, rollt er fast von allein.
Eine Frage für dich
Wie flach oder steil sind die Hügel in eurer Organisation?
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