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Montag, 9. Juni 2025 · Ausgabe Nr. 76

Q&A zu 5 Stufen der Kommunikation

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Teil 2 von 2 · Reihe «Communication»

In dieser Ausgabe

Dieser Newsletter beantwortet häufig gestellte Fragen zum Modell der 5 Stufen der Kommunikation. Er erklärt, dass, während anfängliche Kommunikationsebenen nicht unbedingt schlecht sind, tiefere Verbindungen tieferes Engagement erfordern. Der Newsletter betont die Wichtigkeit, bewusst zu wählen, mit wem man tiefere Kommunikation erforscht, und anerkennt die inhärenten Risiken von Verletzlichkeit in solchen Interaktionen.

«Du kannst Beziehungen zu Menschen haben, die nie tief gehen. Aber wenn du eine echte Beziehung willst - in der du dich wirklich gesehen und unterstützt fühlst -, dann sollten dir zumindest einige Menschen in deinem Leben dort unten begegnen.»

Liebe Freunde,

Diese Woche gehen wir auf eure Fragen zu den 5 Stufen der Kommunikation (dem Thema von letzter Woche) ein.

Q&A zu den 5 Stufen der Kommunikation

Letzte Woche haben wir das Model der 5 Stufen der interpersonellen Kommunikation vorgestellt - ein Modell über menschliche Kommunikation und Beziehungen.

Zur Erinnerung: Das Modell zeigt, dass es fünf verschiedene Stufen der Kommunikation gibt, von bedeutungslosen Floskeln und Small Talk (Rituale genannt) über faktenorientierte Kommunikation auf rationaler Ebene bis hin zu emotionalem Deep Talk.

Wir haben viele Fragen erhalten und möchten die Gelegenheit nutzen, um einige Missverständnisse und wichtige Details zum Modell zu klären.

Q: Ist es schlecht oder sogar manipulativ, wenn man die meiste Zeit auf Stufe 1 oder 2 bleibt?

Nein, ganz und gar nicht.

Die Stufen 1 und 2 sind wie ein höfliches Händeschütteln. Sie schaffen Struktur und Routine.

Denk an den Bäcker oder Barista, der jeden Morgen fragt: „Guten Tag, wie geht es Ihnen?“.

Tatsächlich bauen auch Rituale eine Verbindung auf - nur halt oberflächlich.

Diese ersten Ebenen sind nicht schlecht; sie reichen aber nicht aus, wenn man tiefere Beziehungen aufbauen möchte.

Q: Muss ich jetzt mit jeder Person auf den Ebenen 4 und 5 kommunizieren?

Nein, absolut nicht. Tatsächlich soll man auch nicht mit jeder Person auf diesen Stufen kommunizieren.

Wenn du jemanden gerade erst kennengelernt hast und anfängst, ihn mit deinen tiefsten Gefühlen zu überwältigen, könnte das diese “frische” Beziehung überfordern.

Stufe 4 und 5 erfordern eine gewisse Basis. Sie sind nicht universell geeignet. Betrachte sie stattdessen als wertvolle Werkzeuge, nicht als Standardeinstellungen.

Entscheidend ist, dass du bewusst entscheidest mit wem du die tieferen Stufen ergründen möchtest.

Du kannst Beziehungen zu Menschen haben, die nie tief gehen. Aber wenn du eine echte Beziehung willst - in der du dich wirklich gesehen und unterstützt fühlst -, dann sollten dir zumindest einige Menschen in deinem Leben dort unten begegnen.

Q: Riskant? Warum gelten die Stufen 4 und 5 als riskant? Was ist eigentlich gefährlich an ihnen?

Stell dir vor, du gibst jemandem ein Stück deines Herzens und sagst: „Hier, so fühle ich mich“. Das ist Verletzlichkeit.

Das Risiko ist, dass man dich nicht versteht oder sogar verletzt.

Du gibst deine Ängste, Zweifel und Hoffnungen preis - Teile von dir, die leicht zu schützen sind, wenn du an der Oberfläche bleibst.

Die Gefahr - das Risiko - ist also emotionaler Schmerz.

Q: Was ist, wenn ich versuche, auf Stufe 4 oder 5 zu kommunizieren und die andere Person sich zurückzieht?

Das ist, als würde man unter Wasser tauchen und feststellen, dass der Tauchpartner auf dem Boot geblieben ist.

Es fühlt sich einsam an, vielleicht sogar wie Ablehnung.

Aber es geht nicht immer um dich. Vielleicht hat die andere Person nie gelernt, wie man taucht. Vielleicht ist sie verängstigt.

Manchmal laden wir Menschen in tiefere Gewässer ein, und sie sind einfach noch nicht bereit.

Das bedeutet nicht, dass du etwas falsch gemacht hast. Aber es hilft dir zu entscheiden, mit wem es sicher ist, weiter in die Tiefe zu gehen.

Q: Wie gehe ich damit um, wenn sich mir plötzlich jemand auf Stufe 4 oder 5 öffnet und ich nicht weiss, wie ich darauf reagieren soll?

In einem ersten Schritt müssen wir nur das Risiko, dass die Person eingegangen ist, anerkennen. Ein einfaches: “Danke, dass du das mit mir geteilt hast.”

Wichtig: Herausforderungen, die auf der emotionalen Ebene liegen, lassen sich selten auf der rationalen Ebene lösen.

Manchmal haben wir das Gefühl, dass wir das “Problem” der anderen Person lösen müssen. Doch das stimmt nicht. Oft möchte die Person einfach gehört und gesehen werden.

Und wenn du dich überfordert fühlst, kannst du das auch sanft ausdrücken: „Ich respektiere deine Offenheit und dass du mir das gesagt hast, aber ich brauche einen Moment, um es zu verarbeiten.”

Q: Warum vermeiden so viele Arbeitsplätze tiefere Ebenen der Kommunikation?

An vielen Arbeitsplätzen ging es in der Vergangenheit um Struktur und Sicherheit. Es ging darum, dafür zu sorgen, dass die „Dinge“ (und Menschen) funktionieren.

Die Kommunikation der Stufen 4 und 5 ist mit Unsicherheit verbunden. Es könnte die Dinge ins Wanken bringen - die Struktur gefährden.

Viele Führungskräfte vermeiden es beispielsweise starke Verbindungen zu ihren Mitarbeitern aufzubauen, weil sie befürchten, dass das die Hierarchie gefährden könnte.

Oder sie fürchten, dass es ihnen dadurch später schwerer fallen könnte, über schwierige Themen zu sprechen oder schwierige Entscheidungen zu treffen.

Und schliesslich: Nicht alle Führungskräfte sind darin geschult mit diesen tiefgreifenden Gesprächen gut umzugehen. Es gehörte bisher einfach nicht zur Führungsausbildung.

Q: Was ist der Preis, wenn man die Stufen 4 und 5 sein Leben lang vermeidet?

Du wirst wahrscheinlich sehr gut sein im “managen”, aber nicht im “leaden”.

Du wirst wohl als kompetent wahrgenommen werden, aber nicht als inspirierend, als Identifikationsfigur oder Vorbild.

Die Beziehungen zu deinen Mitarbeitern und Kollegen werden womöglich gut sein, aber nicht tief.

Du wirst gehört, aber nicht wirklich gespürt.

Du wirst sprechen, ohne je das Risiko einzugehen, dich selbst zu zeigen.

Auf den Stufen 4 und 5 geht es darum tiefe Beziehungen zu Menschen aufzubauen. Wilhelm von Humboldt hat mal gesagt: “Im Grunde sind es immer die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben.” Genau darum geht es.

Eine Frage für dich

Mit wem führst du am Liebsten Gespräche, die unter die Oberfläche gehen?

Und mit wem bleibst du konsequent oben? Warum?

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Diese Ausgabe gehört zu einer Reihe

«Communication» — 2 Ausgaben

  1. 015 Stufen der Kommunikation
  2. 02Q&A zu 5 Stufen der Kommunikation