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Montag, 31. März 2025 · Ausgabe Nr. 67

So werden Kinder zu Leader

Leadership Developmentleadership skillsparenting stylesemployee developmentautonomyself-efficacywork-life balance

In dieser Ausgabe

Dieser Newsletter untersucht, wie unterschiedliche Erziehungsstile die Entwicklung von Führungsqualitäten bei Kindern beeinflussen, mit direkten Anwendungen für die Mitarbeiterentwicklung. Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass überfürsorgliche Erziehung das Führungspotenzial eines Kindes behindern kann, indem sie dessen Selbstwertgefühl und Selbstwirksamkeit mindert. Umgekehrt korreliert eine unterstützende Erziehung, die Unabhängigkeit fördert, mit starken Führungsmerkmalen.

«Kinder mit überfürsorglichen Eltern wurden von anderen als weniger fähige Führungskräfte wahrgenommen und waren seltener in Führungspositionen.»

Liebe Freunde,

Diese Woche zeigen wir, wie ihr Führungsqualitäten bei euren Kindern UND Mitarbeitern fördern bzw. hemmen könnt.

Umfrage der Woche

Letzte Woche haben wir euch gefragt, ob ihr bereit wärt für mehr Home Office auf etwas Gehalt zu verzichten.

Fast die Hälfte der Umfrageteilnehmer würde den Deal “Homeoffice gegen Gehalt” nicht annehmen.

Das ist spannend und bestätigt eine Umfrage, die wir kürzlich durchgeführt haben.

Damals haben wir nach den wichtigsten Faktoren einer Arbeitsstelle gefragt. Das überraschende Ranking:

1) Gehalt

2) Work-Life Balance

3) Interessante Arbeit

4) Flexible Arbeitszeiten

5) Gute Führungskraft

6) Home Office Möglichkeiten

7) Freundliche Kolleg:innen

8) Karrieremöglichkeiten

9) Unternehmenswerte

10) Vielfalt & Inklusion

Die Umfrage dieser Woche: Wenn du dir von deiner Führungskraft eine Sache wünschen könntest – was wäre es? Mehr Nähe? Klarere Ziele? Mehr Autonomie? Sag es uns!

Jetzt beantworten

Willst du Kinder grossziehen, die eines Tages zu Leadern werden?

Erfolgreiche Teams und Unternehmen basieren auf guter Führung.

Eine interessante Studie zeigt nun, wie wir unseren Kindern helfen können Führungsqualitäten zu entwickeln. Und die Erkenntnisse lassen sich genauso gut auch auf Mitarbeiter anwenden.

In der Studie haben die Forscher 1’500 Jugendliche aus 55 Klassen untersucht. Sie befragten sowohl die Jugendlichen selbst, als auch ihre Freunde, Lehrer und Eltern.

Die Forscher wollten herausfinden, ob die Jugendlichen Führungsqualitäten besassen bzw. von anderen als fähige Führungskräfte angesehen wurden.

Und sie identifizierten die Jugendlichen, die bereits in Führungspositionen waren (z.B. in Vereinen).

Das Ergebnis

Kinder mit überfürsorglichen Eltern wurden von anderen Menschen als weniger führungsfähig eingeschätzt.

Und sie waren auch weniger häufig tatsächlich in Führungspositionen.

Der überfürsorgliche Erziehungsstil wurde durch Fragen wie “Meine Eltern sind oft eingesprungen, um Probleme für mich zu lösen“ oder „Als ich aufwuchs, haben meine Eltern jeden meiner Schritte überwacht“ erörtert.

Die Forscher konnten weiter zeigen, dass die niedrigere Leadership-Qualifikation darauf zurückzuführen war, dass diese Kinder durch den Erziehungsstil ihrer Eltern ein tieferes Selbstwertgefühl hatten und eine tiefere Selbstwirksamkeit (Self-efficacy) besassen.

Auch spannend: Der negative Effekt des überfürsorglichen Erziehungsstils auf das Selbstvertrauen war bei den weiblichen Jugendlichen besonders stark.

Eine andere Studie bestätigt diese Resultate: Ein positive Erziehung, charakterisiert durch emotionale Unterstützung und der Gewährung von Autonomie, sagt transformationale Führungseigenschaften bei Jugendlichen voraus [Quelle].

Kinder von Eltern, die übermässig behütend sind und dazu neigen, Dinge für ihre Kinder zu erledigen, anstatt dass sie die entsprechenden Aufgaben und Situationen selbst bewältigen, sind im späteren Leben im Nachteil.

Da sie sich seltener ausprobieren können, entwickeln sie weniger Problemlösungsfähigkeiten. Ihr Gefühl für Unabhängigkeit, Selbstständigkeit und Verantwortung ist tendenziell geringer.

Wenn ich mich nicht in der Lage fühle, mich selbst zu „führen“, warum sollte ich dann glauben, dass ich andere Menschen führen kann?

Was hat das alles mit Leadership zu tun?

Nun, dasselbe gilt auch für Mitarbeiter. Wenn wir Mikromanagement betreiben, ersticken wir das Verantwortungsgefühl und die Autonomie unserer Mitarbeiter.

Wenn wir bei jedem Problem eingreifen, schränken wir die Fähigkeit unserer Mitarbeiter ein, ihre eigenen Fähigkeiten einzubringen.

Probleme werden dann vielleicht schneller gelöst. Und womöglich ist es wahrscheinlicher, dass die Leute die Dinge genau so machen, wie wir es wollen.

Das bedeutet aber, dass unsere Mitarbeiter die Gelegenheit verpassen, wichtige Entscheidungen zu treffen.

Sie verpassen Gelegenheiten, andere Menschen zu motivieren und zu inspirieren.

Sie verpassen Gelegenheiten, schnell und entschlossen zu handeln und aus den Ergebnissen zu lernen.

Kurz gesagt, sie verpassen die Chance, bessere Mitarbeiter zu werden.

Geben wir also unseren Kindern und Mitarbeitern etwas mehr Freiraum.

Eine Frage für dich

Hier eine kurze Checkliste, um herauszufinden, ob du bei deinen Kindern und/oder Mitarbeitern überfürsorglich bist:

Übernehme ich regelmässig Aufgaben oder Entscheidungen, die meine Kinder oder Mitarbeitenden eigentlich selbst treffen könnten?

Fühle ich mich unwohl, wenn ich keine vollständige Kontrolle über Situationen habe?

Möchte ich vermeiden, dass meine Kinder oder Mitarbeitenden Schwierigkeiten, Fehler oder Rückschläge erleben?

Habe ich schonmal das Feedback bekommen, dass meine Anweisungen zu detailliert waren oder ständig prüfe, ob alles „korrekt“ läuft?

Entwickle ich bei Unsicherheiten oder Druck schnell das Bedürfnis, alles selbst in die Hand zu nehmen?

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