Montag, 12. August 2024 · Ausgabe Nr. 37
Das PERMA-Modell: Die Wissenschaft des Glücks
Dieser Newsletter stellt Martin Seligmans PERMA-Modell vor, das fünf Kernelemente – positive Emotionen, Engagement, Beziehungen, Sinn und Erfolge – aufzeigt, die zum menschlichen Aufblühen beitragen. Er erklärt, wie jedes Element im täglichen Leben und bei der Arbeit angewendet werden kann, um das allgemeine Wohlbefinden zu steigern und ein glücklicheres Leben zu führen.
«Das PERMA-Modell identifiziert fünf Kernelemente: Positive Emotionen, Engagement, Beziehungen, Sinn und Erfolge, die alle zum menschlichen Wohlbefinden beitragen.»
Liebe Freunde,
Diese Woche: Wir führen unsere Serie über positive Psychologie fort und stellen die fünf Elemente vor, die zum menschlichen Wohlbefinden beitragen.
PERMA: Die Wissenschaft des Glücks
Nachdem er sich über ein Jahrzehnt lang mit der Wissenschaft des Glücks beschäftigt hatte, wollte Martin Seligman ein Modell entwickeln, das auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht, aber auch auf unser tägliches Leben anwendbar ist.
Sein PERMA-Modell basiert dabei auf fünf Hauptelementen. Die Forschung konnte dabei signifikante positive Zusammenhänge zwischen jeder der fünf Komponenten und Gesundheit, Lebens- und Arbeitszufriedenheit nachgewiesen [1].
P: Positive Emotionen
Ein gutes Leben basiert auf positiven Emotionen wie Hoffnung, Freude, Liebe, Mitgefühl und Dankbarkeit.
Gemäss der Theorie führen positive Emotionen zu positivem Gedanken. Und positive Gedanken wiederum wirken wie ein Gegenmittel gegen negative Emotionen und helfen uns, in schlechten Zeiten resilienter zu sein.
Wichtig ist, dass positive Emotionen allein uns nicht zu glücklichen Menschen machen. In diesem Zusammenhang spricht Seligman von den drei Arten des glücklichen Lebens:
ein angenehmes Leben (basiert auf Vergnügen),
ein gutes Leben (basiert auf Engagement), und
ein sinnvolles Leben (basiert auf Sinnhaftigkeit).
Positive Emotionen und Vergnügen können zwar zu einem angenehmen Leben führen, aber nicht unbedingt zu langfristigem Wohlbefinden. Sie sind also nur ein Element der Gleichung.
In der Praxis können positive Emotionen in unser Leben und unsere Arbeit integriert werden, indem wir:
Tägliche Dankbarkeit praktizieren: Beginne jeden Tag damit, drei Dinge aufzuschreiben, für die du dankbar bist. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass diese einfache Übung den Fokus auf die positiven Aspekte unseres Lebens lenkt und so unser Wohlbefinden steigert.
Feiere kleine Erfolge: Erkenne und feiere bei der Arbeit kleine Erfolge (z.B. ein Projektabschluss), und teile häufig Lob und positives Feedback.
E: Engagement (Hingabe)
Engagement (sinngemäss auf deutsch: Hingabe) ist eine Erfahrung, bei der jemand seine Fähigkeiten, Stärken und Aufmerksamkeit für eine herausfordernde Aufgabe einsetzt, was zu einem Zustand des Flow führt (siehe Newsletter von letzter Woche).
Im Alltag und bei der Arbeit können wir häufiger diesen Zustand erreichen, indem wir
Stärkenorientiert arbeiten: Menschen kommen eher in den Flow, wenn sie ihre Stärken einsetzen. Es ist deshalb wichtig seine Stärken kennen und möglichst oft nach Möglichkeiten zu suchen sie einzusetzen.
Herausforderung suchen: Suche bei der Arbeit nach Projekten, die dich herausfordern. Versuch ausserdem, Ablenkungen zu minimieren und dich auf Aufgaben zu konzentrieren, die deine volle Aufmerksamkeit erfordern.
R: Relationships (Beziehungen)
Beziehungen umfassen alle Interaktionen, die wir mit anderen Menschen haben (d.h. Partner/innen, Freunde, Familienmitglieder, Kolleginnen und Vorgesetzte). Seligman vertritt die Ansicht, dass der Mensch von Natur aus ein soziales Wesen ist, und er betont, dass wir uns von anderen unterstützt, geliebt und geschätzt fühlen wollen.
Beziehungen können ausserdem positive Emotionen verstärken. Es gibt also eine Wechselwirkung. Die Freude, die man beim Essen eines köstlichen Gerichts empfindet, ist noch grösser, wenn man sie mit einer Person erlebt, die man mag. Die Forschung zeigt auch, dass wir uns besser fühlen, wenn wir anderen etwas Gutes tun.
In der Praxis kann dies so umgesetzt werden
Beziehungen priorisieren: Nimm dir die Zeit, regelmässig Zeit mit der Familie und Freunden zu verbringen. Ein gemeinsames Essen oder ein persönliches Gespräch können bereits die Bindung zu anderen stärken.
Teamarbeit priorisieren: Förder am Arbeitsplatz die Zusammenarbeit und Teambuilding Aktivitäten.
M: Meaning (Sinnhaftigkeit)
Sinnhaftigkeit ergibt sich aus der Zugehörigkeit zu und dem Dienst an etwas, das grösser ist als man selbst.
Diese Dimension kann gestärkt werden, indem wir unsere Grundwerte identifizieren und dann einer Arbeit nachgehen, die mit diesen Werten übereinstimmt.
Das Gefühl, dass deine Arbeit zu einem positiven Zweck beiträgt, steigert ausserdem die intrinsische Motivation.
A: Accomplishments (Erfolge)
Erfolge und das Gefühl, etwas erreicht zu haben, tragen zum Wohlbefinden bei. Dieses Element zeigt, wie wichtig es ist, Ziele zu haben, die wir anstreben können.
Erfolge können gefördert werden indem wir
Erreichbare Ziele setzen: Teile grössere Ziele in kleinere, überschaubare Aufgaben auf und messe den Fortschritt.
Erfolgen anerkennen: Nimm dir Zeit, um deine grossen und kleinen Erfolge anzuerkennen und zu feiern.
Wenn wir die fünf Elemente des PERMA-Modells in unserem Privat- und Arbeitsleben anwenden, können wir unser allgemeines Wohlbefinden spürbar steigern und hoffentlich sogar ein glücklicheres Leben führen.
Eine Frage für dich
Stell dir das PERMA-Modell als eine Art Dashboard für dein Leben vor. Wie würdest du dein Arbeits- (oder Privat-)leben entlang der fünf Dimensionen bewerten (von 1 = tiefste bis 5 = höchste)?
Wie oft erlebst du bei der Arbeit (oder im Privatleben) wirklich positive Emotionen?
Wie oft erlebst du Flow-Zustände bei der Arbeit (oder im Privatleben)?
Wie bewertest du die Beziehungen, die du bei der Arbeit (oder im Privatleben) zu anderen Menschen hast?
Wie würdest den Sinn deiner Arbeit (oder deines Lebens) einschätzen?
Wie oft erlebst du bei der Arbeit (oder im Privatleben) Erfolge?
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