← Das Archiv

Montag, 5. August 2024 · Ausgabe Nr. 36

Flow: Wie man Spitzenleistungen erzielt

Flow Stateflow state Mihaly Csikszentmihalyioptimal experiencepositive psychologyemployee engagement

In dieser Ausgabe

Mihaly Csikszentmihalyi identifizierte den „Flow-Zustand" als ein optimales Erlebnis, das durch intensive Konzentration, ein Gefühl der Kontrolle, eine Transformation der Zeit und einen Verlust des Selbstbewusstseins gekennzeichnet ist. Das Erreichen von Flow erfordert klare Ziele, Feedback und ein Gleichgewicht zwischen Herausforderungen und Fähigkeiten. Dieser Zustand kann zu erhöhter Arbeitszufriedenheit und allgemeinem Glück führen.

«Flow ist gekennzeichnet durch intensive Konzentration, ein Gefühl der Kontrolle, eine Transformation der Zeit und einen Verlust des Selbstbewusstseins.»

Liebe Freunde,

Diese Woche: Wir führen unsere Serie über positive Psychologie fort und befassen uns diese Woche mit einem der Kernkonzepte, das uns helfen kann, mehr Zufriedenheit zu finden - bei der Arbeit und im Leben.

Flow: Wie man Höchstleistungen erzielen kann

Nachdem er 1948 mit seiner Familie aus ihrem Heimatland Ungarn fliehen musste, verbrachte ein Junge namens Mihaly Csikszentmihalyi einige Zeit in einem Gefängnis in Italien.

Um sich zu beschäftigen und vom Alltag abzulenken, verbrachte er die meiste Zeit mit Schach. Wenn er Schach spielte, war er ganz im Hier und Jetzt. Später sagte er, dass das Schachspiel "eine wunderbare Möglichkeit war, in eine andere Welt einzutreten" - eine Welt, in der er den täglichen Kampf vergessen konnte.

Nach seiner Befreiung flüchtete er in die USA, wo er an der Universität von Chicago promovierte. Während dieser Zeit begann er sich für Kreativität zu interessieren. In seiner Forschung arbeitete er mit Künstlern, Bergsteigern, Basketballspielern, Tänzern, Musikern und Schachgrossmeistern zusammen und stellte fest, dass sie alle sehr ähnliche Begriffe verwendeten, um ihren Zustand oder ihre Erfahrung zu beschreiben, wenn sie ihr Handwerk ausübten.

Sie alle sprachen von "ekstatischen Zuständen", einem "Verlust des Zeitgefühls" und "das Gefühl sich selbst zu verlieren". Aus seiner Zeit als Schachspieler wusste er genau, was sie meinten.

Mihaly nannte diesen Zustand Flow - und er ist eine der positivsten Erfahrungen, die man erleben kann. Später sagte er, der Flow sei eine "optimale Erfahrung" und "so nah wie möglich am Glücklichsein".

Und wir alle erleben manchmal diesen Flow-Zustand. Es ist das Gefühl, wenn man so sehr mit einer bestimmten Aufgabe beschäftigt ist, dass die Zeit nicht mehr existiert. Man ist voll und ganz im Moment, konzentriert und präsent.

Flow ist gekennzeichnet durch vier Eigenschaften: 1) eine intensive Konzentration, 2) ein Gefühl der Kontrolle, 3) eine Transformation der Zeit und 4) einen Verlust des Selbstbewusstseins.

Gemäss Csikszentmihalyi braucht es, um in den Flow zu kommen folgendes

Ein klares Ziel,

Feedback über den Fortschritt auf dem Weg zum Ziel, und

Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen dem Niveau der Herausforderung und dem Niveau der Fähigkeiten.

Wenn die Herausforderungen im Vergleich zu den eigenen Fähigkeiten zu gering sind, führt dies zu Langeweile und einem Mangel an Interesse.

Wenn die Herausforderungen jedoch zu hoch sind, führt das zu Ängsten und Frustration. Flow tritt ein, wenn das Niveau der eigenen Fähigkeiten dem Niveau der Herausforderung entspricht.

Sich grösseren Herausforderungen zu stellen, ist aber nicht grundsätzlich schlecht. Immerhin entwickeln sich Menschen genau dann weiter, wenn sie mit Herausforderungen konfrontiert werden. Es ist nur wichtig, dass die Person weiterhin Coaching und Feedback erhält und dass das Ganze relativ kontrolliert und bewusst geschieht.

In späteren Studien kam heraus, dass Menschen bei der Arbeit häufiger einen Flow-Zustand erleben als in der Freizeit [1]. Genau aus diesem Grund kann unsere Arbeit eine so wichtige Quelle für Freude und Zufriedenheit sein. Eine Studie von Bakker (2008) ergab ausserdem, dass Mitarbeitende, die bei der Arbeit ein Flow-Erlebnis hatten, engagierter und zufriedener mit ihrer Arbeit waren.

Und darüber hinaus fanden Haworth und Evans (1995) heraus, dass Personen, die häufig ein Flow-Erlebnis hatten, glücklicher waren und weniger Ängsten und Depressionen aufwiesen.

Die Lehren für uns liegen auf der Hand: Wir müssen Arbeitsplätze so gestalten, dass Flow-Erlebnisse möglich sind und gefördert werden. Falls Ihr mehr über das Thema Positive Psychologie & Flow erfahren möchtet, hier ein Video von Prof. Dr. Wolfgang Jenewein zu dem Thema.

Eine Frage für dich

Wann warst du das letzte Mal im Flow? Bei welcher Aktivität? Und was waren die Bedingungen? Könntest du diese Aktivität öfter ausüben?

Hat dieser Newsletter dir gefallen? Dann leite ihn an jemanden weiter, dem er auch gefallen könnte. Die Person kann den Newsletter hier abonnieren.