← Das Archiv

Montag, 13. Mai 2024 · Ausgabe Nr. 25

Stress ist ansteckend

Stress Contagionstress managementstress contagionempathyleadershipteam dynamicswell-being

In dieser Ausgabe

Forschungsergebnisse zeigen, dass Stress ansteckend ist; die Beobachtung anderer in stressigen Situationen kann das persönliche Stressniveau erhöhen. Empathische Personen sind für dieses Phänomen besonders anfällig. Das Management von persönlichem Stress ist entscheidend für das eigene Wohlbefinden und um negative Auswirkungen auf unser Umfeld zu vermeiden.

«Stress ist nicht nur eine individuelle Erfahrung; andere Menschen in stressigen Situationen zu beobachten, kann unser eigenes Stressniveau erhöhen.»

Liebe Freunde,

Diese Woche: Die Fähigkeit, Stress zu bewältigen, ist in der heutigen Zeit von enormer Bedeutung - aus persönliche Gründen, aber auch, weil er sich auf andere Menschen in deinem Umfeld auswirken kann.

Stress ist ansteckend

Hast du dich jemals gestresster gefühlt, nachdem du jemanden getroffen hast, der selbst unter viel Stress stand? Es fühlt sich fast so an, als ob sich Stress von einer Person auf die andere übertragen kann, nicht wahr?

Aber ist Stress wirklich ansteckend?

2010 führte der Neurowissenschaftler Tony Buchanan eine interessante Studie durch, um genau diese Frage zu beantworten.

Sein Team teilte Studienteilnehmer in zwei Gruppen ein.

Die eine Gruppe, die „Redner“, sollten eine stressige Erfahrung machen: Sie mussten eine Rede vor Publikum halten und Rechenaufgaben lösen.

Die andere Gruppe, die „Beobachter“, mussten die Redner schweigend beobachten und ihre Leistung bewerten.

Die Herzfrequenz und der Cortisolspiegel (das „Stresshormon“) beider Gruppen wurden vor und nach dem Experiment gemessen.

Die Ergebnisse waren faszinierend.

Wie erwartet, erlebten die Redner viel Stress.

Interessant ist jedoch, dass auch bei den Beobachtern sowohl die Herzfrequenz als auch der Cortisolspiegel höher waren, nachdem sie die Redner beobachtet hatten.

Und je gestresster die Redner waren, desto mehr Stress empfanden auch sie.

In einer Studie, die in Nature (die führende Wissenschaftszeitschrift) veröffentlicht wurde, fanden Dimitroff et al. (2017) ähnliche Ergebnisse und konnten dieses Phänomen namens Stressansteckung (Stress Contagion) bestätigen.

Kurz gesagt: Stress ist nicht nur eine individuelle Erfahrung. Wenn wir beobachten, wie andere Menschen Stresssituationen erleben, erhöht das unseren eigenen Stresspegel.

Dies gilt insbesondere für Menschen, die sehr viel Empathie empfinden. Empathischere Menschen sind daher anfälliger für Stressansteckung. Sie fühlen mit der anderen Person mit.

Das bedeutet, dass wir unseren persönlichen Stress nicht nur zu unserem eigenen Wohl bewältigen müssen, sondern auch, weil er sich auf die Menschen um uns herum - unsere Mitarbeiter und Familien - auswirken kann.

Nächste Woche werden wir uns einige wissenschaftlich fundierte Möglichkeiten zur Stressbewältigung und -reduzierung ansehen.

Eine Frage für dich

Hast du selbst schon einmal Stress Contagion erlebt? Gibt es aus deiner Erfahrung heraus häufige Ursachen dafür, dass sich Stress von einer Person auf andere überträgt?

Hat dieser Newsletter dir gefallen? Dann leite ihn an jemanden weiter, dem er auch gefallen könnte. Die Person kann den Newsletter hier abonnieren.

Copyright (C) . All rights reserved.

You can