Montag, 3. Juni 2024 · Ausgabe Nr. 27
Labels beeinflussen unser Verhalten
Der Newsletter behandelt die Labelling-Theorie und beleuchtet, wie Labels Verhalten und Selbstwahrnehmung erheblich beeinflussen, wobei Beispiele aus der Kriminologie und psychischen Gesundheit verwendet werden, um die langfristigen Auswirkungen zugewiesener Identitäten zu veranschaulichen. Es wird vorgeschlagen, einen bewussten Ansatz zur Selbst-Labelling zu verfolgen, indem man sich auf gewünschte Identitäten konzentriert, um positive Verhaltensänderungen und persönliches Wachstum zu fördern.
«Labels prägen nicht nur unser Verhalten, sondern auch unser Selbstbild und das unserer Mitmenschen.»
Liebe Freunde,
Diese Woche: Wir verwenden in unserem Alltag oft Labels um uns und andere zu beschreiben - wir vergessen jedoch, dass sie einen grossen Einfluss auf das Verhalten haben.
Diese Woche geht es um die spannenden Erkenntnisse der Labeling Theorie und erklären was die Theorie mit kriminellem Verhalten zu tun hat.
Verwende Labels bewusster - sie haben einen grossen Einfluss auf unser Verhalten
Ich bin kein Mathe-Typ. Ich bin nicht sportlich. Ich bin ein kreativer Mensch.
Verwendest du solche Labels, um dich selbst oder andere zu beschreiben?
In den 1960er Jahren entdeckte der Psychologe Howard Becker, dass die Labels, die wir Menschen zuweisen, grosse Auswirkungen auf ihr Verhalten haben.
Er fand heraus, dass Menschen, die nach ihrer ersten Straftat als "Kriminelle" etikettiert wurden, viel eher dazu neigten erneut kriminelles Verhalten zu zeigen.
In einer anderen Studie fanden Forscher heraus, dass Menschen, die als "psychisch krank" bezeichnet wurden, sich eher aus der Gesellschaft zurückzogen, was ihren psychischen Zustand weiter verschlechterte [1].
Und das betrifft nicht nur Straftaten oder psychische Krankheiten. Wenn wir uns selbst als "nicht sportlich" oder “nicht kreativ” bezeichnen, geben wir uns eine Identität. Wir neigen dann eher dazu, entsprechend dieser Identität zu handeln.
Was bedeutet das konkret?
Vorsicht bei negativen Labels: Negative Labels können das Selbstbild und das Verhalten deiner Kollegen und Mitarbeiter negativ beeinflussen.
Bewusster Umgang mit Labels: In seinem Bestseller "Atomic Habits" spricht James Clear darüber, wie man erfolgreich sein Verhalten ändern kann.
Er erzählt, dass dein aktuelles Verhalten ein Spiegelbild deiner aktuellen Identität bzw. Selbstbilds ist.
Um dein Verhalten zu ändern, musst du also eine neue Identität annehmen. Du musst anfangen neue Dinge über dich selbst zu glauben.
Clear beschreibt dann Verhaltensänderung als einen zweistufigen Prozess
Vom Tun zum Sein: Sage nicht, WAS du tun willst. Entscheide stattdessen, WER du sein möchtest. Zum Beispiel: Statt zu sagen "Ich will mehr Sport treiben", sage "Ich will sportlich werden".
Sammle Beweise für deine neue Identität: Jede Handlung, die du unternimmst, ist eine Stimme für die Art von Person, die du werden möchtest, und stärkt deine neue Identität. Um dein Verhalten nachhaltig zu ändern, musst du dir deine neue Identität mit kleinen Erfolgen beweisen.
Seien wir also achtsam mit den Labels, die wir verwenden, denn sie formen nicht nur unser Verhalten, sondern auch unser Selbstbild und das unserer Mitmenschen.
Eine Frage für dich
Mit welchen Labels beschreibst du dich selbst?
Stehen dir diese Labels im Weg?
Welche neue Identität könntest du stattdessen annehmen?
Unsere neue Studie: Der Zuversichtsindex 2024
Wie steht es um die Zuversicht der Mitarbeiter & Führungskräfte in der DACH-Region?
Leider nicht so gut. Nur 44% der Beschäftigten schauen zuversichtlich auf die Zukunft ihrer Organisation.
Und was tun Menschen, wenn ihnen an einem Ort die Zukunftsperspektiven fehlen?
Genau, sie gehen an einen anderen Ort. Wo Menschen zuversichtlich sind, haben sie eine um 32% höhere Absicht, beim aktuellen Arbeitgeber zu bleiben.
Es handelt sich bei Zuversicht also nicht um ein feel-good Thema - es ist absolut essentiell.
Deswegen ist es Zeit für uns als Organisationen, Führungskräfte und Menschen Zuversicht aktiv zu fördern.
DenZuversichtsindex 2024 mit 3 wertvollen Tipps um Zuversicht zu fördern, findet ihr hier.
Link zur Studie
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