Montag, 22. April 2024 · Ausgabe Nr. 22
Geben oder Nehmen – was ist besser?
Adam Grants Forschung zu Gebern, Nehmern und Tauschern zeigt, dass Geber letztendlich den größten Erfolg erzielen, vorausgesetzt, sie vermeiden Ausbeutung. Führungskräfte sollten ein unterstützendes Umfeld fördern, um Geber zu stärken und vor übermäßigen Nehmern auf der Hut sein, da dies die Teameffektivität und Rentabilität verbessert.
«Geber schaffen es häufiger als andere an die Spitze, aber nur unter einer Bedingung: Sie müssen Ausbeutung durch Nehmer vermeiden.»
Liebe Freunde,
Diese Woche: Wer wird erfolgreicher sein: Egoistische Menschen, die vor allem an sich selbst denken, oder Menschen, die anderen helfen wollen?
Lies weiter, um das herauszufinden.
Geben oder Nehmen - was ist besser?
Viele glauben, wenn es um beruflichen Erfolg geht, seien Egoismus und der Fokus auf den eigenen Vorteil der beste Weg, um wirklich erfolgreich zu werden.
Aber ist das wahr?
Sind ego-getriebene, einsame Wölfe, die sich auf die Maximierung ihres eigenen Vorteils konzentrieren, erfolgreicher?
Adam Grant hat genau zu diesem Thema intensiv geforscht.
Er teilt Menschen in drei Kategorien ein
Takers (Nehmer): Menschen, die egozentrisch sind. Sie versuchen, so viel wie möglich von anderen zu bekommen, ohne etwas beizutragen oder zurückzugeben.
Givers (Geber): Menschen, die grosszügig sind und von dem Wunsch getrieben werden, anderen zu helfen. Sie geben, ohne eine Gegenleistung zu erwarten.
Matchers (Gleichmacher): Menschen, die Fairness schätzen. Sie sind transaktionsorientiert und streben einen gleichberechtigten Austausch mit anderen an. Quid pro quo.
Hier sind die Ergebnisse von Grants Forschung
Taker steigen schneller auf, haben aber mit Beziehungs- und Reputationsproblemen zu kämpfen. Sie erleben einen schnellen beruflichen Aufstieg. Dieser ist aber in der Regel nicht nachhaltig.
Matcher haben eher mässigen, aber stabilen Erfolg.
Giver schaffen es häufiger an die Spitze als andere.
Aber nur unter einer Bedingung
Sie müssen die Ausbeutung durch Taker vermeiden. Wenn ihre Grosszügigkeit ausgenutzt wird, geht es ihnen karrieremässig nicht gut. Ausserdem besteht für sie ein höheres Burnout-Risiko. In einem unterstützenden Umfeld werden sie jedoch zu sehr erfolgreich.
Hinzu kommt, dass Teams mit einem höheren Anteil an Givers eine bessere Zusammenarbeit, eine höhere kollektive Intelligenz und sogar eine höhere Rentabilität erreichen.
Als Führungskräfte sollten wir uns deswegen darauf konzentrieren, Mitarbeiter einzustellen und zu unterstützen, die von dem Wunsch zu helfen, angetrieben werden.
Gleichzeitig müssen wir uns vor übermässigen Takers hüten, denn die Forschung zeigt, dass zu viel interner Wettbewerb die Effektivität der Gruppe insgesamt verringert.
Eine Frage für dich
1) Wer sind die Giver (diejenigen, die anderen immer helfen) in deinem Unternehmen?
2) Wer sind die Taker (diejenigen, die nur auf den eigenen Profit aus sind) in deinem Unternehmen?
Unterstütze 1) und sei vorsichtig bei 2).
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