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Montag, 9. Dezember 2024 · Ausgabe Nr. 53

Extrinsische Anreize

Motivationextrinsic motivationintrinsic motivationrewardsperformancepsychology

In dieser Ausgabe

Dieser Newsletter untersucht die Fallstricke, die entstehen, wenn man sich zu sehr auf extrinsische Motivatoren verlässt. Er verweist auf Harry Harlows Experiment mit Affen, das veranschaulicht, wie externe Belohnungen die Leistung behindern und den intrinsischen Antrieb mindern können. Der Autor plädiert für eine Verlagerung des Schwerpunkts auf intrinsische Motivation in verschiedenen Lebensbereichen.

«Externe Belohnungen verbesserten die Fähigkeit der Affen, das Rätsel zu lösen, nicht, sondern verschlechterten sie.»

Liebe Freunde,

Diese Woche schauen wir uns das Thema Motivation genauer an. Warum ist es gefährlich sich zu stark auf extrinsische Motivatoren zu verlassen?

Extrinsische vs. intrinsische Motivation

1949 führte der Psychologe Harry Harlow ein Experiment durch, das unser Verständnis von Motivation grundlegend veränderte.

Zwei Wochen lang beauftragte Harlow mehrere Affen mit der Lösung eines mechanischen Problems (siehe Bild unten).

Die Affen haben keine Anweisungen erhalten. Dennoch versuchten alle Affen, das Rätsel zu lösen und waren erfolgreich.

Das Interessante an diesem Experiment war das Fehlen herkömmlicher Motivatoren.

Die Affen erhielten für das Lösen des Rätsels keine externen Belohnungen (wie Futter). Dennoch versuchten sie immer wieder, das Rätsel zu lösen, angetrieben von Neugier und dem Wunsch, Probleme zu lösen.

Dieses Phänomen führte Harlow zu einer bedeutenden Entdeckung: der intrinsischen Motivation.

Bis zu diesem Zeitpunkt gab es in der Psychologie nur zwei Grundtypen von Motivationen

Motivation 1.0 oder biologische Motivation: Dies ist die grundlegendste Form der Motivation und betrifft die Befriedigung unserer biologischen Bedürfnisse wie Hunger, Durst und Schlaf.

Motivation 2.0 oder extrinsische Motivation: Extrinsische Motivation bezieht sich auf Verhalten, das durch äussere Belohnungen und/oder Bestrafung gesteuert wird.

Motivation 3.0 oder intrinsische Motivation ist etwas anderes: Handlungen werden durch einen inneren Antrieb, persönliche Werte oder Erfüllung angetrieben.

Nun wird es noch interessanter

In einem nächsten Schritt führte Harlow Belohnungen ein. Affen, die das Rätsel erfolgreich lösten, erhielten Futter.

Doch entgegen den Erwartungen von Harlow nahm die Leistung der Affen ab. Sie machten mehr Fehler und lösten das Rätsel weniger häufig.

Externe Belohnungen verbesserten die Fähigkeit der Affen, das Rätsel zu lösen, nicht, sondern verschlechterten sie. Später wurden ähnliche Experimente mit Menschen durchgeführt (siehe Ryan & Deci, Quelle), die zu ähnlichen Ergebnissen führten.

Heute greifen wir jedoch immer noch auf externe Belohnungen zurück, um zu motivieren - am Arbeitsplatz, in der Schule und im Privatleben. Noten, Boni, Auszeichnungen.

In einer Welt, die von externen Motivatoren besessen ist, ist es vielleicht an der Zeit, den Blick nach innen zu richten und sich auf die Kraft der intrinsischen Motivation zu fokussieren.

Eine Frage für dich

Hast du schon einmal bemerkt, wie externe Motivatoren die Leistungsfähigkeit deiner Mitarbeiter oder sogar deine eigene Leistung verringert haben? Was denkst du, woran das lag? Was wäre eine bessere Alternative gewesen?

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