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Montag, 2. Dezember 2024 · Ausgabe Nr. 52

Kinder sind kreative Genies

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In dieser Ausgabe

Eine NASA-Studie zur Kreativität ergab, dass fast alle Kinder kreative Genies sind. Diese Fähigkeit nimmt jedoch mit dem Alter erheblich ab. Dieser Rückgang wird auf die Dominanz des konvergenten Denkens über das divergente Denken, verstärkt durch traditionelle Schulbildung, zurückgeführt. Der Newsletter schlägt vor, Kreativität im Erwachsenenalter zu fördern, indem Räume für freies Denken geschaffen, divergentes Denken geübt und bestehende Systeme hinterfragt werden, um die Vorstellungskraft zu fördern.

«Der kreative Funke stirbt nicht. Er wird nur unterdrückt.»

Liebe Freunde,

Diese Woche berichten wir über eine faszinierende NASA-Studie zum Thema Kreativität bei Kindern und Erwachsenen - die Ergebnisse sind unglaublich!

Kinder sind kreative Genies

1960 beauftragte die NASA den Forscher George Land damit Kreativität zu erforschen.

Ziel war es, eine Methode zu entwickeln, um die Kreativität von potenziellen Astronauten zu messen.

Land entwickelte also einen Test, bei dem es darum ging wie kreativ man, Lösungen auf schwierige Probleme entwickelte. Tatsächlich konnte der Test das kreative Potenzial ziemlich gut voraussagen.

Ihm war aber noch nicht klar, wo Kreativität herkommt. Werden wir als kreative Menschen geboren oder bestimmt unsere Erziehung oder Bildung unsere kreativen Fähigkeiten?

Um dies zu erforschen, führte Land den Test mit 4 bis 5-jährigen Kinder durch.

Die Ergebnisse waren faszinierend. Von den 1’600 Kindern, die den Test ausfüllten, erreichten 98% ein Ergebnis auf der Stufe eines kreativen Genies.

Die Ergebnisse waren so überraschend, dass Land den Test fünf Jahre später mit denselben Kindern durchführte. Zu seiner Überraschung erreichten bei den 10-jährigen Kindern nur noch 30% diesen Wert.

Fünf Jahre später, inzwischen waren die Kinder 15 Jahre alt, erreichten nur noch 12% das Ergebnis kreativer Genies.

Jetzt wird es noch interessanter.

Als Land den Test zum Vergleich mit 280’000 Erwachsenen durchgeführt wurde, erreichten nur 2% das Niveau eines kreativen Genies.

Auch andere Forscher haben einen Rückgang der kreativen Fähigkeiten festgestellt, wenn Kinder älter werden [Quelle].

Doch warum ist das so? Warum werden wir mit zunehmendem Alter weniger kreativ?

Laut Land gibt es zwei Arten des Denkens

Divergentes Denken, das sich auf Ideenfindung, Fantasie und Innovation konzentriert.

Konvergentes Denken, das Ideen analysiert, bewertet und optimiert.

Vereinfacht gesagt: Es gibt den Kreativen und den Analytiker.

Kinder nutzen beide Denkweisen parallel. Doch je älter wir werden, desto mehr wird unser kreatives Potenzial durch konvergentes Denken eingeschränkt.

Die Logik dominiert und vertreibt die Kreativität.

Und unser Schulsystem trägt wesentlich dazu bei. Anstatt unsere Vorstellungskraft zu fördern, liegt der Fokus auf korrekten Antworten und starren Strukturen.

Die Arbeit von Mark Runco deutet beispielsweise darauf hin, dass Kreativität mit dem Schuleintritt abnimmt [Quelle].

Forschungen zu alternativen Ansätzen wie der Montessori-Methode deuten darauf hin, dass diese Methoden die kreativen Fähigkeiten wirksamer fördern können als die traditionelle Schulbildung. In einer Studie schnitten Montessori-Kinder in Test zur Messung der Kreativität besser ab als traditionell unterrichtete Kinder [Quelle].

Was bedeutet das aber für uns als Erwachsene?

Wir leben in einer Zeit des rasanten technologischen Fortschritts. Künstliche Intelligenz schneidet bereits heute in analytischen Aufgaben besser ab als Menschen.

In einer Welt, die Innovation verlangt, wird also die Fähigkeit, divergent (kreativ) zu denken immer mehr zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

Wie können wir also unsere Kreativität fördern?

George Land sagte dazu: „Der kreative Funke stirbt nicht. Er wird nur unterdrückt.“

Um kreativ zu denken, müssen wir unser Umfeld und unsere Denkweise aktiv verändern.

1) Wir müssen Räume schaffen für freies Denken - In Teams, in Unternehmen und auch im Alltag.

2) Wir müssen bewusst divergent denken und uns Zeit nehmen für Brainstormings ohne Bewertung. Ideen müssen fliessen, bevor sie analysiert werden.

3) Wir müssen Systeme hinterfragen. Wie können wir unser Schulsystem, aber auch unsere Unternehmensstrukturen so gestalten, dass sie nicht nur Leistung belohnen, sondern auch Neugier und Fantasie?

Und was bedeutet das für uns persönlich? Vielleicht sollten wir uns öfter fragen: Wann habe ich das letzte Mal spielerisch gedacht? Wann das letzte Mal etwas wirklich Neues ausprobiert?

Eine Frage für dich

Erledigst du bei der Arbeit auch genug kreative Aufgaben oder bist du nur mit Analyse, Daten und Fakten beschäftigt? Wie kannst du mehr Kreativität in deinen Arbeitsalltag einbringen?

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